Seit Stéphane Richer 51 Tore in der Saison 1989/90 erzielte, hat kein Spieler im Trikot der Montréal Canadiens diese Marke erreicht. Über 35 Jahre lang blieb sie unangetastet – nicht einmal Stanley-Cup-Sieger 1993 Vincent Damphousse oder begnadete Skorer wie Alex Kovalev und Max Pacioretty konnten dies verwirklichen. Die Liste der Canadiens-Spieler mit mindestens 50 Toren in einer Saison ist nicht so lang, wie man aufgrund der historischen Bedeutung und des Erfolges der "Habs“ vermuten könnte – aber elitär. Namen wie Maurice Richard, Bernard Geoffrion, Guy Lafleur, Steve Shutt und Stéphane Richer sind die einzigen Spieler der Canadiens, die in einer Saison mindestens 50 Tore erzielt haben. Jean Béliveau gehört trotz seiner legendären Karriere nicht in diese Reihe – sein Bestwert lag bei 47 Treffern.
Caufield erlöste die "Habs“-Fans
Dieser Club, der so viele Offensiv-Ikonen produzierte, wartete lange auf den nächsten grossen Torjäger. Cole Caufield hat das Erbe angetreten. "Man hat schon gemerkt, wie seine Mitspieler ihn seit zwei Spielen suchen und ihm dieses Tor schenken wollen. Aber dies beeinflusste auch etwas die Spielstruktur. Dieses 50. Tor musste ganz von selbst kommen und nicht erzwungen werden“, sagte Chefcoach Martin St. Louis. Und was meinte der Local Hero zum ganzen Rummel um diese 50-Tore-Marke? "Es ist etwas Besonderes, so etwas hier in Montreal zu erreichen. Die Fans und die Geschichte dieses Clubs sind so involviert. Und wenn man mit solchen Namen in Verbindung gebracht wird, die das schon erreicht haben, ist das schon ziemlich surreal.“
Grossartiges Trio: Caufield (51 Tore), Suzuki (101 Punkte), Juraj Slafkovský (30 Tore)
Das Bemerkenswerte an Cole Caufields 51 Treffern ist nicht nur die nackte Zahl – sondern die Art, wie seine bisher erzielten Tore zustande kamen. Caufield ist kein klassischer "Volume Shooter". Seine Tore entstehen aus Timing, Antizipation und einer Schusstechnik, die in der NHL zur absoluten Elite gehört. Wer Caufields Breakthrough-Star-Season analysiert, erkennt schnell, dass er sich in einer neuen Sphäre bewegt und nunmehr definitiv zur absoluten NHL-Elite gehört. In den letzten Wochen traf Caufield nicht nur in einer erstaunlichen Frequenz (zuletzt 30 Tore in 30 Spielen – ein Lauf, den man in Montreal zuletzt in den frühen 1950er-Jahren gesehen hat), aber ein Grossteil seiner Tore waren Treffer, die sein Team in Führung brachten oder sich sogar spielentscheidend erwiesen. Dazu kommt in dieser Saison eine aussergewöhnliche Anzahl an Overtime-Treffern. Somit liegt er bei den Game-Winning-Goals ligaweit ganz vorne. Zudem hat er fast 30 Mal ein Tor erzielt, das Montreal in Führung brachte – auch das ist ein zentraler Beleg dafür, wie stark seine Tore in den Spielverlauf eingreifen. Dass er im gleichen Trio mit dem begnadeten Spielgestalter Nick Suzuki spielt, der ganz nebenbei auch die grossartige 100-Punkte-Marke übertroffen hat, ist natürlich ein Mehrwert. Wie auch sein anderer Mitspieler in einem der besten Offensivtrios der Liga: Juraj Slafkovský, der nebenbei ebenfalls eine persönliche Bestmarke erreichte mit 30 Saisontoren.
Monsieur Samedi Soir
Und noch zum Abschluss ein Fun Fact: Cole Caufield hat den Kosenamen "Monsieur Samedi Soir“ geerbt. In der Saison 2025/26 steht er aktuell bei 16 Toren in Samstagsspielen. Mit der Saison 2024/25 kommt Caufield sogar auf 27 Tore in Samstagsspielen. Der Spitzname "Monsieur Samedi Soir“ ist historisch mit Maurice Richard verbunden. Dieser bekam diesen Namen, weil er regelmässig samstags im Forum dominierte, wenn ganz Québec vor dem Fernseher sass. Diese Samstagabend-Spiele hatten kulturell fast schon rituellen Charakter.
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